Auslösebedingungen

Burnout stellt eine Folgereaktion anhaltender innerer und äußerer aufgabenbezogener Belastungsfaktoren dar, denen nicht genügend Ressourcen entgegengesetzt werden können.

Zu den inneren Risikofaktoren zählen unter anderem

  • Idealisierung der Arbeit
  • (unrealistisch) hohe Leistungsansprüche und Ziele (Perfektionismus)
  • ungünstiges Bewältigungsverhalten in Stresssituationen (Schwierigkeit, Grenzen zu setzen, „Runterschlucken“ von Ärger, Verdrängen eigener Bedürfnisse)
  • Geringes Selbstwertgefühl

Zu den äußeren Faktoren zählen:

  • die Zunahme von Arbeitsüberlastung und Zeitdruck
  • Mangel an Kontrolle und Beeinflussungsmöglichkeiten durch starre Strukturen oder „Firmenchaos“ im Sinne unklarer Rollen- und Aufgabendefinitionen bzw. widersprüchlicher Vorgaben
  • Mangel an Anerkennung/Belohnung, fehlende Rückmeldung über Erfolg bzw. Misserfolg
  • fehlende Gemeinschaft (stabile Beziehungen zu KollegInnen, Austausch und Unterstützung)
  • Wertekonflikte: Missverhältnis zwischen Anforderungen der Arbeit und eigenen Prinzipien bzw. unklare Werte seitens der Organisation (vgl. Maslach/Leiter: „Die Wahrheit über Burnout“ 2001)
  • Zusätzliche Verpflichtungen (Pflege von Angehörigen ect.)

Gleichzeitig lassen soziale, kulturelle und ökonomische Entwicklungen wie eine zunehmende Reiz-/ Informationsüberflutung, steigende Tempo- und Komplexitätsanforderungen und eine einseitige Betonung von Fortschritt, Individualismus und Leistung die Anforderungen an das Individuum wachsen.

Arbeits- und Privatleben entgrenzen sich durch neue Arbeitsmodelle, Orientierungsmarken (gelebte Spiritualität, Werte, Vorbilder) wie auch soziale Unterstützungssysteme (stabile Paar-Beziehungen, Kollegen) gehen immer mehr verloren. Durch die steigenden Anforderungen im Privat- und Arbeitsbereich bleibt immer weniger Zeit für Reflexion und für den Aufbau und Erhalt von Ressourcen.