Häufige Fragen zum Thema Burnout und Stressmanagement

Die Anforderungen, die an uns gestellt werden, steigen ständig und zugleich die Anforderungen, die wir selbst an uns stellen. Die Folgen: Dauerstress, ein Leben in Alarmzustand. Burnout ist in aller Munde. Und dennoch zieht dieser Begriff Unschärfen mit sich bei einem vermeintlich klaren Phänomen. Auf dieser Seite finden Sie Wissenswertes zum Thema.

Was ist Burnout?

Burnout ist eine multifaktorielle Stressreaktion, als Folge von langanhaltendem Dauerstress mit massiven Erschöpfungssymptomen auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene.

Man versteht Burnout als eine Folgereaktion anhaltender innerer und äußerer aufgabenbezogener Belastungsfaktoren, denen nicht mehr genügend Ressourcen entgegengesetzt werden können.

Burnout lässt sich am Bild einer „Stresswaage“ erklären und ist als chronisches Ungleichgewicht zwischen den Anforderungen an einen Menschen und seinen Ressourcen zur erfolgreichen Bewältigung zu sehen.

Langanhaltender Stress überreizt das Nervensystem

Die Stressreaktion des Körpers ist nur für kurze Zeiträume ausgelegt –kurz: der Körper wird voll aktiviert. Diese Aktivierung des Körpers hört aber – nachdem die „Stresssituation“ vorüber ist – wieder auf. Kommen wir aber über einen längeren Zeitraum nicht zur Ruhe, können die Beschwerden chronisch werden, das Nervensystem ist überreizt.

Der Grund, warum Menschen unterschiedliche Stresssymtome ausbilden und warum letztlich auch das Burnout Syndrom so unterschiedliche Gestalt annehmen kann, hat mit den komplexen Vorgängen zu tun, die bei Belastungen im Körper aktiviert werden.

>> Symptome

>> Verlauf

Wie lässt sich dieser Zustand erkennen?

Erkennen lässt sich Burnout an der sogenannten Burnout Triade von emotionaler Erschöpfung, Zynismus und Leistungseinbruch. Christine Maslach, die bekannte Burnoutforscherin beschrieb diese drei Faktoren. Man wird chronisch emotional und körperlich erschöpft, man wird zynisch und den Anforderungen des Arbeitsalltags zunehmend weniger gerecht. Burnout ist ein Massstab für die Diskrepanz zwischen dem Wesen eines Menschen und dem, was er in seiner Arbeit tun muss.

Burnout – ein bodenloses Phänomen?


Burnout ist ein prekärer Begriff. Mal wird er mit dem Zusatz "Syndrom" versehen, mal steht er für sich allein. Burnout bezeichnet sowohl den Prozess des Ausbrennens über Monate oder über Jahre als auch den Endzustand von totaler Erschöpfung und chronischer Müdigkeit, eben ausgebrannt sein - wenn nichts mehr geht. Dieses Double-Meening von Endzustandsbeschreibung und Prozessverlauf schafft manchmal Verständnisschwierigkeiten.


Paine (1982) schlägt vor, fünf Bedeutungen zu unterscheiden

  • Burnout-Stresssyndrom als emotionales-konatives Symptomcluster
  • Burnout als Endzustand eines Burnout-Prozesses
  • Burnout als Prozess mit regelhaften Phasen
  • Burnout-Faktoren, d.h. alles, was zu Burnout beiträgt
  • Burnout als Folgewirkung auf der Organisationsebene

Burnout – ein Phänomen unserer Zeit oder etwas, das es schon immer gab?

Krankheiten bzw. die jeweiligen zeit-typischen Modifikationen eines Leidens entstehen nicht am Schreibtisch, nicht im Hörsaal, nicht in den Experten-Gremien, sondern im Alltag. Auch im deutschen Schrifttum der Sozialpsychologie und -psychiatrie gab es schon früher Begriffe, die auf ein entsprechendes Beschwerdebild hinwiesen. Dazu gehören die Betriebsneurose und das Helfer-Syndrom, die beide klassische Merkmale des "Ausgebranntseins" aufweisen.

Fachbegriffe wie psycho-physischer Erschöpfungszustand, chronische nervöse Erschöpfung, melancholische Erschöpfung, Erschöpfungsreaktion, die Psychasthenie, die Neurasthenie sowie die später etwas konkreter gefasste Erschöpfungsdepression sind auch zu nennen. Bei allen diesen Störungen kommt es zu einem vergleichbaren Beschwerdebild, und zwar durch ein kompliziertes Wechselspiel von Persönlichkeitseigenschaften sowie Umweltfaktoren, wobei die Gewichtung recht unterschiedlich ausfallen kann, je nach Blickwinkel des Beschreibers. Auf jeden Fall führt es in eine verhängnisvolle seelische, körperliche, psychosoziale und hier vor allem berufliche Sackgasse.

Was sind erste Warnsignale?

In den ersten Stufen der Erschöpfungspirale sendet der Körper Warnsignale, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Übelkeit, immer wiederkehrender leichter Schwindel, anfängliche Schlafstörungen, Sodbrennen, Spannungskopfschmerzen, Muskelschmerzen durch Fehlhaltungen oder seelischen Verkrampfungen können sich oft anfühlen wie ein Muskelkater, aber auch Rettungs- und Kompensationsversuche wie häufigeres Rauchen. Andere erhöhen den Konsum von Alkohol um das Einschlafen zu erleichtern. Wieder andere greifen zu Aufputschmittel und Energydrinks. Wiederkehrende Ohrgeräusche können ein Warnsignal sein, dass es zu viel ist, aber auch leichte Herzrhythmusstörungen. Beschränkung der Sozialkontakte auf den Beruf, Eindruck der eigenen Unentbehrlichkeit und das Gefühl nie Zeit zu haben.

Treten solche Beschwerden auf, sollte man überlegen, ob sie mit einer belastenden Arbeits- oder Lebenssituation in Verbindung stehen könnte und dementsprechend einen Gang zurückschalten.

Was ist eine State of the Art Burnout Behandlung?

Das ibos Programm bietet Einzelpersonen ein interdisziplinäres Konzept von medizinischer,  psychotherapeutischer Begleitung kombiniert mit Entspannungsverfahren. Eine state-of-the-art Begleitung erfordert diesen multimodalen Therapieansatz, der unterschiedliche Behandlungsmethoden im Rahmen eines individuellen Gesamtbehandlungsplanes integriert und koordiniert.

>>> Nähere Infos zum Behandlungsprogramm

Gibt es Menschen mit erhöhtem Burnoutrisiko?

  • die “top performers” oder “high flyers”.
  • Menschen mit hohen Erwartungen und hohem Kontrollbedürfnis.
  • Menschen die das Gefühl haben, keinen Einfluss oder Kontrolle mehr in ihrem Arbeitsleben haben.
  • Menschen mit unklaren Strukturen und Rollenbeschreibungen, sowie undefinierten Zielen.
  • Menschen mit überhöhten Erwartungen, die desillusioniert wurden aufgrund der realen Möglichkeiten.
  • karrieregetriebene Menschen, die nicht mehr in der Lage sind die Arbeitsbelastung zu bewältigen.

>>> Welche Warnsignale gibt es?

 

 

Was ist der Unterschied zwischen Burnout und Depression?

Burnout und Depression wird oft gleichgesetzt. Beiden werden oft Charakteristika zugeschrieben wie: Antriebslosigkeit, geringe Energie, Schlafstörungen, niedergeschlagener Stimmung und gestresstem Verhalten. Doch im Gegensatz zu Burnout, ist Depression eine psychiatrisch, klinisch anerkannte Diagnose, mit klar definierten Symptomen, die nicht nur, wie bei Burnout beschrieben, durch extreme Arbeitsbelastung auftreten kann, sondern auch andere Auslöser haben kann wie Tod eines Angehörigen, Trennung, traumatische Erlebnisse oder ähnliches.

Wie erkennen Führungskräfte, dass MitarbeiterInnen burnoutgefährdet sind?

Das Institut ibos hat in seinen Burnout Awareness Programmen für Führungskräfte einen Burnout-Leitfaden entwickelt.

Dieser Leitfaden dient als Empfehlung für Führungskräfte, die sich in der Situation sehen, mit bereits sehr belasteten MitarbeiterInnen konfrontiert zu sein. Die Auswirkungen von Burnout und Stresserkrankungen können für Betroffene wie für Betriebe enorm sein. Aufgrund dessen wurde diesen Unterlagen entwickelt, um Führenden egal welcher Hierarchie, Interventionsmaßnahmen vorzustellen für den Anlassfall, als auch auch für Präventionsmaßnahmen. 

>>> Angebote für Firmen

Wie bemerke ich erste Anzeichen bei meinen Mitarbeitenden?

Meine Mitarbeiterin bzw. mein Mitarbeiter

  • wirkt nervös und überreizt auf mich.
  • ist vergesslicher als früher.
  • die Fehlerhäufigkeit nimmt zu
  • zieht sich zurück.
  • signalisiert eine starke Überforderung.
  • ist oft müde und zeigt Konzentrationsschwächen
  • klagt häufig über Kopfschmerzen, Schwindel.
  • ist häufig krankgeschrieben.
  • scheint negativ zu sich/zur Arbeit eingestellt zu sein.
  • zeigt häufiger als sonst ein zynisches Verhalten
  • bleibt überwiegend länger im Büro, um Arbeit erledigen zu können, auch bei normalen Arbeitsaufkommen
  • tut sich schwerer Entscheidungen zu fällen
  • hat Schwierigkeiten Prioritäten zu setzen
  • ist weniger leistungsfähig als früher
  • macht eine deutliche erkennbare Wesensveränderung durch
  • ist häufig nah am Wasser gebaut
  • erzählt wenig bis gar nichts über Freizeitaktivitäten oder berichtet nur über große Müdigkeit und das Nutzen des Wochenendes zum Schlafen

Welche Kosten entstehen Unternehmen durch Burnout in der Organisation?

Bei Ausfall eines Know how Trägers, entstehen Folgekosten von ungerechnet einem Jahresgehalt und mehr für ein Unternehmen! Folgen sind erhöhte Fehlzeiten, hohe Fluktuation, Nichteinhalten von Fristen, Disziplinarprobleme, verringerte Produktivität, Unfälle und Ansteigen der Fehlerhäufigkeit.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat in einer Studie, die Anfang Juli 2014 vorgestellt wurde, die Gesamtkosten für psychische Erkrankungen in den Industrieländern auf rund vier Prozent der Wirtschaftsleistung beziffert. Auf Basis von Daten aus dem Jahr 2010 summieren sich die Kosten auf 1842 Milliarden Euro weltweit. Auch in Österreich liegen die Kosten demnach bei einer zweistelligen Milliardensumme, 3,5 % des Bruttoinlandsprodukts – 11 Milliarden Euro. In dem Betrag sind neben den medizinischen Behandlungen auch die Ausgaben für Krankenstände, Arbeitslosigkeit und Frühpensionierungen enthalten.  Rund jeder fünfte OECD-Bürger leide aktuell an einer psychischen Erkrankung.

Quelle: Studie der OECD „Marking Mental Health Count“ (2013)

Zahlen und Fakten zum Thema Burnout in Unternehmen

Mit den Veränderungen der Arbeitsbedingungen in den letzten Jahrzehnten weg von einer primär körperlichen Arbeit in Produktionsbetrieben hin zur überwiegend geistigen Arbeit und Dienstleistungen steigen die psychomentalen Anforderungen an die Berufstätigen.

Forschungsergebnisse und aktuelle Gesundheitsberichte weisen darauf hin, dass psychische Erkrankungen wie Depression und Burnout massiv zunehmen und in den nächsten Jahren körperlichen Abnutzungserscheinungen (Muskel/Skeletterkrankungen) als Verursacher von Krankenständen und Frühpensionierungen den Rang ablaufen werden.

Kostenfaktor Burnout

Arbeitsbedingte Erkrankungen verursachen nicht nur individuelles Leid, sondern auch hohe betriebliche und gesellschaftliche Kosten. Betrieblicher Gesundheitsförderung kommt damit nicht nur eine imagebildende und kulturstärkende, sondern eine effektiv kostensparende Rolle zu.

Der ROI liegt hier bei 1: 2,5-5! Das Einbeziehen psychomentaler und sozialer Ebenen ist dabei unerlässlich geworden.

Es ist unser Ziel, unsere Kunden bei der Synergiegewinnung aus Leistung und Lebensqualität und der Gestaltung nachhaltig gesundheitsfördernder und ertragreicher Arbeits- und Lebenswelten zu unterstützen. Dazu gehören die Stärkung und Entwicklung von Ressourcen, ihrer Resilienz ebenso wie die Sensibilisierung gegenüber Risikofaktoren, um diesen frühzeitig entgegenwirken zu können.


Facts

Psychische Erkrankungen in Österreich häufigste Ursache für Invaliditätspension

Zahlen der PVA belegen, dass psychische Erkrankungen sowohl bei Arbeitern (31,7%) als auch bei Angestellten (44,5%) die häufigste Ursache für eine Invaliditätspension darstellen.

Psychische Diagnosen sind in Österreich im Vergleich zu somatischen Diagnosen mit einer höheren Steigerungsrate und längeren Dauer der Arbeitsunfähigkeit verbunden.
(Mental Health Index, OECD [11])

Durchschnittliche Dauer pro AU-Fall am höchsten bei schizophrenen PatientInnen mit 54 Tagen dicht gefolgt von Diagnosen  Z73.0 (Burnout) mit knapp 50 Tagen pro Fall.
(Quelle: HSV: Analyse der Versorgung psychisch Erkrankter. Projekt: Psychische Gesundheit. Abschlussbericht, Wien 2011)


Stress ist eines der größten gesundheitlichen Probleme in Europa

Aktuelle Untersuchungen der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz zeigen:

  • EU-weit ist mehr als ein Viertel aller Arbeitnehmer (41 Millionen EU-Beschäftigte) von Stress am Arbeitsplatz betroffen.
  • Circa 50 Prozent bis 60 Prozent aller verlorenen Arbeitstage sind auf die Krankheitssymptome von Stress zurückzuführen

(Quelle: OSHA (Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz)


11 Milliarden kosten psychische Erkrankungen in Österreich

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat in einer Studie, die Anfang Juli 2014 vorgestellt wurde, die Gesamtkosten für psychische Erkrankungen in den Industrieländern auf rund vier Prozent der Wirtschaftsleistung beziffert. Auf Basis von Daten aus dem Jahr 2010 summieren sich die Kosten auf 1842 Milliarden Euro weltweit. Auch in Österreich liegen die Kosten demnach bei einer zweistelligen Milliardensumme, 3,5 % des Bruttoinlandsprodukts – 11 Milliarden Euro. In dem Betrag sind neben den medizinischen Behandlungen auch die Ausgaben für Krankenstände, Arbeitslosigkeit und Frühpensionierungen enthalten.  Rund jeder fünfte OECD-Bürger leide aktuell an einer psychischen Erkrankung.

(Quelle: Studie der OECD „Marking Mental Health Count“ (2013)

OECD fordert Verbesserung des Arbeitsumfeldes in Österreich

Erstmals hat die OECD auch die Qualität der Arbeit gemessen. Dazu wurden die Einkommenshöhe und -ungleichheit, die Arbeitsplatzsicherheit und die Qualität des Arbeitsumfeldes herangezogen. Österreich schneidet insgesamt bei der Beschäftigungsqualität nur "mittelgut" ab. Die Arbeitssicherheit ist besser als in vielen anderen OECD-Ländern (6. Platz), die Qualität des Arbeitsumfeldes dagegen schlechter. Lange Arbeitszeiten und hoher Zeitdruck verweisen Österreich hier auf Platz 27 von 32.


Psychische Erkrankungen

Die OECD fordert eine Verbesserung des Arbeitsumfeldes. Andernfalls drohen erhöhte Burnout-Raten, Depressionen und andere stressbedingte physische und psychische Krankheiten. Im Bereich psychischer Erkrankungen gebe es viel Handlungsbedarf: mehr Therapiemöglichkeiten, weniger rein medikamentöse Eingriffe und eine breitere Verfügbarkeit von Betreuung. Die OECD bescheinigt Österreich eine der geringsten Dichte an FachärztInnen in Europa.

(Quelle: Studie der OECD „Marking Mental Health Count“ (2013)

Betriebliches Gesundheitsmanagement in Unternehmen

  • 74% der Unternehmen bieten Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an
  • weniger als 23% der Kleinbetriebe
  • Hauptmotive für die Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements sind
  • MitarbeiterInnenbindung und die Reduktion von Krankenständen

(Quelle: Mercer Health Management Survey 2014: Befragung von mehr als 250 Unternehmen in Österreich)

>>> Zu den Ibos-Beratungsangeboten für Firmen