Warum nehmen psychische Erkrankungen zu?

„Wir haben veränderte gesellschaftliche Verhältnisse als psychische Wirkfaktoren“, meint Dr. Lisa Tomaschek-Habrina, „die Veränderungen in den Lebens- und Arbeitswelten spätmoderner Gesellschaften erbringen vermehrt individuellen psychischen Stress und machen es schwieriger, eine Gesundheitsbalance aufrecht zu erhalten. Immense Beschleunigung von Abläufen, Leistungsdruck, Innovations- und Flexibilitätsdruck, Steigerung der Produktivität, interne Konkurrenz, Mobbing und die Angst vor Krisenbeschwörungen sind allerorts spürbar –all dies hinterlässt sichtbar Spuren.“

Auffällig ist die starke Wachstumsdynamik: Krankenstände wegen psychischer Diagnosen steigen doppelt so stark an wie jene mit körperlichen Ursachen – ein Trend, der sich auch im hohen Anteil psychisch bedingter Frühpensionen niederschlägt