Rezensionen zum Thema Burnout, Stressmanagement, Resilienz, Gesunde Führung, Coaching etc.

von Lisa Tomaschek-Habrina



Eink, Haltenhof (Hg)
Basiswissen: Umgang mit suizidgefährdeten Menschen
Psychiatrie Verlag, Köln: 5. erw. Auflage 2017

 

Es gibt in unserer Gesellschaft weitaus mehr Menschen die durch Selbstmord, als durch Mord oder Totschlag sterben. Doch Selbstmorde machen uns sprachlos, und es bleibt wie eh ein tabu. Das Thema Suizidalität ist für helfende Berufe oft mit Angst verbunden, und doch sich helfende Berufe früher oder später damit konfrontiert. Dieses Buch aus der Reihe Basiswissen richtet sich v.a. an die Berufsgruppen des Gesundheitswesens. Durch Information, Hintergründe und Handlungsmöglichkeiten bei suizidalen Krisen versucht es eine Orientierungshilfe zu schaffen. Die erweiterte Auflage bietet auch ein Kapitel zu suizidalen Krisen im Jugendalter sowie im höheren Lebensalter. Kurz, bündig, jedoch klar und informativ zeigt sich dieses Büchlein in bewährter Form der Basiswissen- Reihe.





Reker Martin
Basiswissen: Umgang mit alkoholabhängigen Patienten
Psychiatrie Verlag, Köln: 2015

 

Menschen mit Alkoholproblemen fordern ihre BetreuerInnen oft sehr heraus. Im Entzug geraten viele zudem stark unter Druck. Von zentraler Bedeutung ist die Frage der Verantwortungsverteilung zwischen Klient und Therapeut. Man kann auch diese Arbeit nur erfolgreich tun, wenn man es überwiegend gerne macht. Im Laufe der Zeit gelingt es meist, mehr und mehr zu verstehen, warum Suchtverläufe so sind, wie sie sind. Das Buch soll diesen Verstehensprozess fördern, weil dieser hilft, Gelassenheit und Realitätsbewusstsein zu entwickeln, die für diese Arbeit unentbehrlich sind. Dennoch beinhaltet die Arbeit mit Suchtkranken viele Überraschungen bereit und es lohnt sich auch in aussichtslosen Fällen dran zu bleiben.




Eickhorst Andreas, Röhrbein Ansgar (Hg)
„Wir freuen uns, dass Sie da sind!“
Beratung und Therapie mit Vätern
Carl Auer Verlag: 2016

 

Obwohl häufig ein anderes Bild von Vätern in der Therapie gezeichnet wird, wollen sich Väter dennoch intensiv für ihre Kinder engagieren. Es gilt Rahmenbedingungen dafür zu schaffen: in den Familien, der Gesellschaft, in den Beratungseinrichtungen sowie in der Politik, dass dies auch gelingt. Dieses Buch stellt einen Fundus praktischer Herangehensweisen dar. Das Buch gliedert sich in 3 große Teile:
-    Vaterschaft heute
-    Grundhaltungen in der Arbeit mit Vätern
-    Interventionen in der Arbeit mit Vätern
Rund 20 Autoren schreiben von fehlenden Vätern in der Suchthilfe, von Männern und Vätern in der Kita, Väter im Strafvollzug oder Väter von Kindern mit Behinderungen.
Den beiden Herausgebern gelingt es einen breiten Bogen an Themenfeldern in das Buch mit hineinzunehmen: von empirischen Daten und Studien zu vielen praktischen systemische relevanten Ansätzen.




Bohne, Ohler, Schmidt, Trenkle (Hg)
Reden reicht nicht!?
Bifokal-multisensorische Interventionsstrategien für Therapie und Beratung
Carl Auer Verlag: 2016

 

Nonverbale Interventionsformen finden immer mehr Einzug in Therapie und Beratung, da man manchmal den Eindruck gewinnt, das Reden allein nicht reicht. In diesem Buch geben neuen Autoren unterschiedliche Perspektiven, Einblicke und Konzepte methodischer Ansätze: Von der Prozess- und Embodimentfokussierten Psychologie (PEP) zu Eye Movement Integration (EMI) , Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) ergänzt durch hypnosystemische Ansätze und Ego State Therapie. Wie wichtig jedoch es ist, gerade nonverbale Interventionen entsprechend verbal plausibel einzuführen und adäquat zu rahmen führt uns Gunther Schmidt nochmal am Ende des Buches vor Augen. Aus dem Autopoiesekonzept folgt auch , dass Bedeutung und Wirkung einer Intervention nicht vom Sender sondern ausschließlich vom Empfänger- dem Klienten bestimmt wird. Also benötigt es eine auf den Klienten ausgerichtete Einführung, damit Interventionen solcher Art nicht zur Überforderung, sondern zu hilfreichen Werkzeugen für den Klienten werden können.
Hilfreich für den Alltag – und lesenswert!




Riedelbauch, Laux (Hg)
Persönlichkeitscoaching
Acht Schritte zur Führungsidentität
Beltz Verlag, Weinheim: 2011

 

Dieses Buch richtet sich an Coaches, Führungskräfte, Auszubildende und interessierte Leser, die Möglichkeiten der systematischen, praktischen Coachingarbeit zu den Themen, Persönlichkeit, Identität, Selbstdarstellung auf der Basis eines psychologischen Fundaments kennenlernen wollen.
Viele Menschen beschäftigen die Fragen: „Wer bin ich, wer möchte ich sein, wer könnte ich sein und wie sehen mich die anderen?“ Die Autoren versuchen in 8 Schritten zur Identitätskonstruktion ihr Know how als Persönlichkeitspsychologen für Coaching nutzbar zu machen. Von der Anliegenklärung (Schritt 1) zur Aktivierung realer und möglicher normativer Selbstbilder (Schritt 2+3), zum Schritt 4 der Selbst- und Fremdbildabgleichung und der Klärung von Selbstdarstellungsmustern (Schritt 5), der Klärung von Rahmenbedingungen (Schritt 6), der Ressourcenerweiterung (Schritt 7) bis schließlich einer Etablierung einer individuellen Führungsidentität (Schritt 8).
Der Einsatz erlebnisaktivierender Methoden in Beratung und Coaching wird auch in diesem Buch wieder sehr deutlich gemacht. Vom inneren Team über das Doppeln, der 6 Hüte von de Bono bis hin zum Rollenwechsel werden unterschiedliche Methoden erläutert . In kurzen Projektbeschreibungen werden Vorgehensweisen des Persönlichkeitscoachings der Autoren für den besseren Praxistransfer skizziert.
Im Ganzen gesehen ein sehr brauchbares Buch.




Daniel Bindernagel, Eckard Krüger, Tielman Rentel, Peter Winkler (Hg)
Schlüsselworte
Idiolektische Gesprächsführung in Therapie, Beratung und Coaching
Heidelberg: Carl Auer 2013, 2. Auflage

 

Idiolektik, die Lehre von der Eigensprache des Menschen folgt zwei zentralen Prinzipien: 1) Jedes Lebewesen ist einzigartig und 2) jedes Lebewesen hat für sein Verhalten Gründe (gute Gründe).

Jeder Mensch hat seine einzigartige Weise, sich auszudrücken, die niemand nachahmen kann. Die Eigensprache ist quasi sein verbaler wie nonverbaler Fingerabdruck. Die Bedeutung, die von der Person kommt, gibt uns den Zugang zur Eigensprache. Mit Hilfe der Idiolektik, die erstmals von A.D. Jonas in den 80er Jahren beschrieben worden ist, kann man in Beratung, Coaching und Therapie äußerst eingestimmte, hilfreiche Gespräche führen. 

Der ganze Körper reagiert auf seelische Probleme, ohne dass wir es wissen. Im Volksmund wird dies schon lange versprachlicht: „Mir liegt das wie ein Stein im Magen.“ „Ich nehme mir das so zu Herzen.“ „Ich ertrage es nicht mehr.“ „Das geht mir unter die Haut.“  „Ich kann das nicht mehr schlucken.“ Alltägliche Redewendungen beinhalten so neurophysiologische Konzepte. Wenn wir das in beratenden Gesprächen wahrnehmen und in einer wertschätzenden Art und Weise darauf Bezug nehmen oder erfragen, kann jede Störung als kompetente Lösungsstrategie verstanden werden, wie dies in vielen systemischen und hypnotherapeutischen Ansätzen ja bereits angewandt wird.

Kurze Gesprächsbeispiele und Anwendungsmöglichkeiten werden verständlich skizziert, anregend geschildert, sowie mit neurowissenschaftliche Grundlagen aufbereitet. Für jeden Berater, Coach oder Psychotherapeuten eine Bestätigung dessen, was wir tagtäglich tun, und wie wir noch mehr unser Sinne für die Idiolektik (jetzt hat das Kind einen Namen) zu schärfen. 




Marie Boden, Doris Feldt
Gefühle erkennen, annehmen und gut mit ihnen umgehen
Ein Handbuch zur Gruppenmoderation und zur Selbsthilfe
Psychosoziale Arbeitshilfen
Köln: Psychiatrie Verlag 2011

 

Zu den folgenden Themen: Achtsamkeit, Erkennen-Akzeptieren-Verändern sowie Trost bietet dieses Buch sehr praxisanregend  und –unterstützend Anregungen und Impulse zur Integration in den therapeutischen Alltag.

Obwohl es Arbeitsunterlagen für Gruppen zeigt, sind diese auch für die einzeltherapeutische Arbeit gut einsetzbar. Zitate, Gleichnisse, kurze Geschichten werden hier ebenso angeführt für die therapeutische Einsetzbarkeit wie Anleitungen zu Achtsamkeitsübungen, Trostkarten, Arbeitsblätter zu Gefühle erkennen und Zusammenspiel der Gefühle. Hilfreich auch die Downloadmaterialien zum praktischen Gebrauch. 




Markus Heinrichs, Tobias Stächele, Gregor Domes
Stress und Stressbewältigung
Göttingen: Hogrefe 2015

 

Stress ist mittlerweile gesellschaftlich akzeptierte Last der neoliberalen Gesellschaft, wer keinen Stress hat, der kann ja wohl nichts leisten.

Das Anliegen des Buches ist, Stress in seiner diagnostischen und therapeutischen Relevanz zu erschließen. Der Fokus liegt auf das Gesamtverständnis der zugrunde liegenden bio-psycho-sozialen Zusammenhänge Ein weiterer Fokus auf verschiedene Instrumente des Stressmanagements. Für Profis nichts Neues, jedoch gut zusammengefasst und übersichtlich gestaltet. Für Interessierte ein guter Einstieg mit profunden Darstellungen in ansehnlicher Länge von 100 Seiten. 




Theda Borde, Matthias David (Hg)
Migration und psychische Gesundheit
Belastungen und Potentiale
Frankfurt am Main: Mabuse 2011, 2. Auflage

 

Die psychosoziale Forschung stützt sich auf eine Reihe unterschiedlicher Erklärungsansätze und Modelle zur Ätiologie gesundheitlicher Störungen bei MitgrantInnen: Die Kulturschock-theorie, das Stress Modell und Vulnerabilitäts-Konzept.

In diesem Tagungsband findet man diese ebenso wie die Besonderheiten bei der Behandlung von MitgrantInnen , die am am Beispiel von Suchtstörungen, Depression und psychosomatischen Erkrankungen in der Schwangerschaft aufgezeigt werden. Im Ausblick werden Belastungen der Migranten und Potentiale transkultureller Prozesse aus individueller, institutioneller und globaler Sicht betrachtet. 




Detlef Kuhn, Dieter Sommer
Resilienz am Arbeitsplatz
Frankfurt am Main: Mabuse 2014

 

Resilienzentwicklung ist ein langfristiger Prozess, der sich in den Herausforderungen des täglichen Lebens entfaltet und verwirklicht.

Die in diesem Buch vorgestellten Trainingsempfehlungen sind Hilfen zur Selbsthilfe, um diesen Prozess auf den Weg zu bringen und zu begleiten. Resilienzentwicklung bedeutet auch Verhaltensänderung, um die eigenen Ressourcen und die psychische Gesundheit besonders gut schützen zu können. Einige Menschen sind zwar sehr beansprucht, und trotzdem wirft sie scheinbar nichts aus der Bahn. Sie strahlen Gelassenheit und Optimismus aus und vertrauen auf ihre eigenen Fähigkeiten. Was hält uns gesund und nicht was macht uns krank ist das was die Resilienzforschung seit Emmy Werner in den 50er Jahren beschäftigt.

Im ersten Teil des Buches wird die Resilienzforschung beschrieben. In Teil 2 und 3 des Buches gibt es praktische Hinweise von Denk- und Handlungsanstößen zur Entwicklung ungenutzter Resilienzpotentiale. In Teil 4 werden die Führungskräfte beleuchtet und Unterstützungsmodelle für Unternehmen vorgestellt, wie z.B. den Resilienzbarometer.

Kritische und außergewöhnliche Perspektive auf die Frage, wie man in der neoliberalen Wirklichkeit des Heute psychotherapeutisch praktizieren kann. 

Lesenswert!




Theodor Itten, Ron Roberts
Politik der Erfahrung
Gießen: Psychosozial Verlag 2016

 

In diesem Buch versuchen die Autoren zu untersuchen, wie es zur heimlichen Politisierung der Erfahrung und dem Verkauf von Wissen an den Meistbietenden gekommen ist. Was hilft Menschen innerhalb und außerhalb der Psychotherapie, sich selbst zu helfen und zu einer kontinuierlichen Praxis der Selbstfürsorge zu finden? Welche tiefen Gräben gibt es zwischen der universitären Psychologie und der praxisnahen Psychotherapie? In 12 Kapiteln widmen sie sich unterschiedlichen Topics, um das Wechselspiel von Praxis, Theorie und tagtäglicher Erfahrung kritisch zu beleuchten. In den ersten Kapiteln reflektieren sie ihre eigenen Ursprünge und Sichtweisen sowie Grundannahmen, von denen sich die Disziplinen der Psychologie und der Psychotherapie leiten lassen.  Was tun wir in der Psychotherapie? Als Psychotherapeut gibt man PatientInnen die Freiheit, sie selbst zu sein und ihre inneren Sehnsüchte, Phantasien und Wünsche zum Ausdruck zu bringen, um die zu werden, die sie sind. Zu den Zielen einer Therapie gehört, dass man aufhört, sich für die Person, die man ist, zu schämen. Im Kapitel 5 widmen sie sich dem therapeutischen Mitgefühl um sich im Kap. 9 mit der Politik der Wahrhaftigkeit in der Psychotherapie zu beschäftigen.

Für alle die im psychotherapeutischen Feld arbeiten eine kritische und außergewöhnliche Perspektive auf die Frage, wie man in der neoliberalen Wirklichkeit des Heute psychotherapeutisch praktizieren kann.

Lesenswert!




Jürgen Zulley, Barbara Knab
Unsere innere Uhr
Natürliche Rhythmen nutzen und der Non-Stop Belastung entgehen
Frankfurt am Main: Mabuse 2014, 2. Auflage

Menschen haben eine innere Uhr. Ob Nachtschichten oder Zeitzonenflüge, durchgemachte Samstagnächte oder der Beginn der Sommerzeit: alles belastet die innere Uhr, und das hat nicht selten Folgen. Je großzügiger wir unsere biologische Ausstattung ignorieren, umso höher steigt der Preis dafür. Die Autoren berichten über chronobiologische Grundlagen wie ultra- und zirkadiane Rhythmen und ihre Störungen, sowie eine Vielzahl körperlicher und psychischer Vorgänge – vom Blutdruck bis zur Schmerzwahrnehmung, von der Stimmung bis zur Konzentration.

Leicht verständlich, dennoch fundiert und in exemplarischen Fallvignetten zeigen die Autoren wie, wenn wir natürliche Rhythmen beachten, man gesünder durch den Lebensalltag kommt.




Rosmarie Welter-Enderlin

Resilienz und Krisenkompetenz
Kommentierte Fallgeschichten
Heidelberg: Carl Auer 2015, 2. Auflage

Die leider schon verstorbene Welter-Enderlin schildert in Fallgeschichten kritische Lebensereignisse, und wie Menschen diese überwunden haben. Ob es sich um einen plötzlichen Unfalltod, oder eine Krebserkrankung handelt, frühere Traumatisierungen oder schwierige Familiengeschichten.

Welter-Enderlin zeigt uns 11 Geschichten, die trotz ihrer Erfahrungen Wege fanden, diesen Krisen zu begegnen: gedeihen trotz widriger Umständen. Sie zeigt ebenso, was wirksam war, bei der Bewältigung und gibt uns am Ende eine Art kleinen Leitfaden für die Hilfestellung durch BeraterInnen und einen Leitfaden für Betroffene. 




Sylvia Kéré Wellensiek

Handbuch Resilienz-Training
Widerstandskraft und Flexibilität für Unternehmen und Mitarbeiter
Weinheim: Beltz 2011

Dieses Buch kann zum einen zum Selbstcoaching verwendet werden, zum anderen als inspirierendes Methoden- und Übungsbuch, um Einzelpersonen Gruppen und Organisationen in fundierten Entwicklungsprozessen zu unterstützen.

Die Inhalte richten sich an Coaches, Trainer, Berater, Personaler, GF, Führungskräfte und Menschen aus den Gesundheitsberufen. Resilienz wird hier erklärt, Selbststeuerungsmechanismen beschrieben, organisationelle  Resilienz reflektiert und Teamtrainings beschrieben. 




Hans Günther Weeß

Die schlaflose Gesellschaft
Wege zu erholsamem Schlaf und mehr Leistungsvermögen
Stuttgart: Schattauer 2016

Der Schlaf stelle ein elementares physiologisches Grundbedürfnis dar. Durch unsere Non-Stop Gesellschaft wird er jedoch häufig gestört. Smartphone und Co, Schichtarbeit, Internet, ständige Erreichbarkeit stellt Weeß in einen direkten Zusammenhang zu Schlafstörungen und die daraus resultierenden körperlichen wie psychischen Erkrankungen. Er beschreibt die Schlafarchitektur, Bedeutung der Träume, Schlaf und Arbeitswelt sowie unzählige Schlafstörungen. Weeß gibt uns jedoch auch Techniken, Tipps und Regeln für guten und erholsamen Schlaf und räumt mit einige Mythen auf.

Leicht lesbar und brauchbar für Menschen in Gesundheitsberufen.




Hans-Christian Kossak

Prüfungsangst aus sieben Perspektiven
Heidelberg: Carl Auer 2015

Das Konzept des kleinen, handlichen Büchleins ist darauf ausgerichtet, besonders Beratungslehrern Methoden an die Hand zu geben, mit denen diese ihre ratsuchenden Schülerinnen und Schüler bei bevorstehenden Prüfungen oder sogar bei Prüfungsängsten unterstützen und sie darin stabilisieren können, ihre Leistungen unbeeinträchtigt von Stress oder Angst voll zu erbringen.

Eine Zusammenstellung von effektiv wirkenden Beratungsmethoden und Erklärungsmodellen für den Alltag in der Schulpraxis ist hier zu finden. In kleinen grauen Lernkästen werden Hinweise, Tipps und Tricks hervorgehoben. 




Cersten Jacob 
Von Prüfungsangst zu Prüfungsmut
Von Lampenfieber zur Auftrittslust
Stuttgart: Schattauer 2015

Dieses Buch bietet Möglichkeiten des Selbstcoachings an und erklärt auch die psychischen Ursachen von Nervosität und Blackout.

Der professionelle Schauspieler, Dozent und Seminarleiter bringt in humorvollen Anekdoten Beispiele aus dem Alltag, die Mut geben, es selbst zu probieren. Er zeigt uns Entspannungstechniken, Übungen zur mentalen Vorbereitung oder konzentrativen Entspannung.

Sowohl für Professionisten als auch AnwenderInnen ein guter Überblick sich Anregungen zu holen. Nicht alles wird wirken, jedoch ist die Möglichkeit gegeben, dass jeder etwas Brauchbares für sich und seine KlientInnen findet.




Dieter Funke 
Idealität als Krankheit 
Über die Ambivalenz von Idealen in der postreligiösen Gesellschaft
Gießen: Psychosozial Verlag 2016

Funke untersucht die unserer Gesellschaft zugrunde liegenden Ideale und stellt einen Zusammenhang zu Krankheiten wie Depression und Persönlichkeitsstörungen her. Er beschreibt das Ich-Ideal als Folge fehlender Bindung, Resonanz und Anerkennung.

Auch zeigt er den Onlinemodus als metaphysische Nabelschnur, die digitale Abhängigkeit als Abschaffung der Autonomie und die Beschleunigung als apokalyptisches Ende der Zeit. Funke begegnet der Frage, ob neoliberale Optimierungsstrategien krank machen. Seit sich unsere Gesellschaft dem Wachstums-, Effizienz- und Optimierungsprinzip unterworfen hat, erzeugt sie im Einzelnen permanent das Gefühl, nicht genug erreicht zu haben. Weil es im Selbstkonzept des Neoliberalismus nur Gewinner gibt, erzeugt die Ausbildung ihrer Schattenseite ständig Verlierer.

Funke versucht aus psychoanalytischer Sicht ein Modell heilsamer Idealbildung zu zeichnen. Ein guter Reflexionsrahmen für alle in Beratung und Therapie Tätige.




Ben Furman/ Tapani Ahola
Raus aus dem Tief
Übungen für mehr Lebensfreude
Heidelberg: Carl Auer 2013

Das Buch „Raus aus dem Tief“ von den Begründern des Helsinki Brief Therapie Institute ist für Menschen gedacht, die lernen möchten, ihr Leben wieder zu genießen. Mit 24 Übungen bzw. Denkanstößen, die auf der lösungsorientierten Kurzzeittherapie beruhen, kann der Leser nach Überzeugung der Autoren etwas tun um seine Lebensfreude wieder zurückzugewinnen.

Dieses Selbsthilfebuch gibt den Lesern praktische Tools in die Hand, mit denen man negative Gefühle durch positive ersetzen kann.  

Empfehlenswert ist dieses Buch für Menschen, die sich gerade in schwierigen bzw. herausfordernden Lebensphasen oder Umbrüchen befinden. Für Menschen mit einer ausgeprägten Depression erscheint es weniger zuträglich zu sein, da die Aufgaben die Klientinnen und Klienten überfordern und den Teufelskreis aus zu hohen Erwartungen und Enttäuschungen noch verstärken können.




Alexander Heider / Johanna Klösch

Die Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen
Brauchen wir das? Wie geht das? Wer macht das?
Wien: ÖGB Verlag 2015

Im neuen Fachbuch des ÖGB-Verlags beschreiben ArbeitspsychologInnen erstmals betriebliche Fallbeispiele und praxisnahe Gestaltungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Das Fachbuch richtet sich an ArbeitgeberInnen, Personalverantwortliche, BetriebsrätInnen, Sicherheitsvertrauenspersonen, ArbeitsmedizinerInnen und andere interessierte Personen, die sich einen ersten Überblick über die Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen verschaffen möchten und/oder auf der Suche nach einem/einer passenden Experten/Expertin für den Evaluierungsprozess sind. Hauptziel der Publikation ist es, ArbeitspsychologInnen vorzustellen, welche im Feld der "arbeitsbedingten psychischen Belastungen" tätig sind, und den Ablauf der Evaluierung psychischer Belastungen "greifbarer" zu machen.

Zusätzlich liefert das Buch einen Überblick über potenzielle psychische Gefahren und deren Kosten, aber auch die zahlreichen Benefits einer gesund gestalteten Arbeitswelt. Die Darstellung der gesetzeskonformen Vorgangsweise bei der Evaluierung psychischer Belastungen sowie die Beleuchtung von Aspekten, welche in der Praxis häufig nachgefragt werden, vervollständigen die Publikation.


 

Anonyma
Ganz oben
Aus dem Leben einer weiblichen Führungskraft
München: Beck 2013, 3. Auflage

 

Welche Veränderungen in der Unternehmenskultur sind notwendig, damit eine Managerin, die Episoden ihres Alltags nicht anonym sondern unter ihrem Namen veröffentlichen kann?

Manchmal hat man das Gefühl, dass man 20 Jahre und mehr zurückversetzt ist, statt einen modernen Unternehmensalltag skizziert zu bekommen. Von außen scheint vieles schon Fortschrittlich, doch innerhalb der Mauern scheinen sich tradierte Verhaltensmuster noch weiter zu behaupten. Unter Quotendruck und EU-Komission scheinen sich langsam Entwicklungen hin zu einer weiblichen Führungskulturselbstverständlichkeit durchzusetzen, langsam – schneckentempolangsam.

Frau fehlen leider immer noch in Spitzenpositionen und Frauen werden als Wirtschaftsfaktor immer bedeutsamer.




Wolfgang Gratz / Horst Röthel / Sissi Sattler-Zisser

Gesund Führen
Mitarbeitergespräche zur Erhaltung von Leistungsfähigkeit und Gesundheit in Unternehmen
Wien: Linde 2014

Das Autorentrio legt in diesem Buch dar, dass ein enger Zusammenhang zwischen Gesundheit und Arbeitszufriedenheit besteht. Dabei versuchen sie Prinzipien was sie unter gesunder Führung verstehen zu vermitteln, zur Selbstbeobachtung und Selbstreflexion anzuregen und unterschiedliche Gesprächsformen anzubieten.

Das im Kapitel 4.3.4. beschriebene Schema zur Auswahl des Gesprächstypus soll die Führungskraft darin unterstützen, herauszufinden, welcher Zugang für den jeweiligen Mitarbeiter dienlich ist. Auf den ersten Blick als Überblick sicherlich hilfreich, zur Ersteinschätzung der Lage. Zur Auswahl gibt es das Anerkennungsgespräch, das Regulierungs-, Stabilisierungs-, Förder-, und Arbeitsbebewältigungsgespräch. Der zweite Blick aus der Praxis gesprochen jedoch verrät Mischformen der Typen als sinnvollere Einteilung.

Das Autorentrio hat auf 200 Seiten kompakt, nicht immer übersichtlich (aufgrund des kleinen Format) aber praxisrelevante, gut verständliche Überlegungen für Führungskräfte zum Thema Gesund Führen zusammengestellt.




Andreas Hillert

Burnout – Zeitbombe oder Luftnummer
Persönliche Strategien und betriebliches Gesundheitsmanagement
Stuttgart: Schattauer 2014

Hillert versucht augenzwinkernd, und dennoch aus der psychiatrischen Fachexpertise hinter die Kulissen des Burnout Paradigmas zu schauen und meint, man müsse dem Burnout-Phänomen dankbar sein. Obwohl nicht konkret definiert, ohne die Aufmerksamkeit garantierende Burnout –Überschrift, die aktuell in Gesellschaft und Medien zu finden sind, bekämen Themen wie Erschöpfung, Überforderung, Leistungseinbuße wohl nicht den Stellenwert, den sie in der Bevölkerung und den Unternehmen haben. Unterschiedliche Disziplinen wie psychiatrische Fachgesellschaften oder Arbeitsmediziner, die das Phänomen bis dato kaum wahrnehmen wollten ja oft sogar empört negiert hatten, bekunden nun ihre Deutungshoheit des Begriffs Burnout, der von einem selbstbetroffenen (Herbert Freudenberger) 1974 beschrieben worden ist. 

Hillert liefert kein Buch der großen Antworten, sondern stellt sie zudem zusätzlich. Hillert liefert nicht einmal eine eigene Definition des Phänomens,  sondern bezeichnet es als subjektives Störungsmodell. Das Burnout-Phänomen wird von einer Großzahl von Menschen emotional verstanden, obwohl jeder seine eigene Sicht darauf hat. Vergleichbares findet man bei Begriffen wie Trauer, Krise oder Midlife Crises. Befragtes steigendes Belastungserleben sagt auch nichts über objektive Belastungsgrößen aus, sondern eben nur über individuelles Erleben. 
Aus Gründen der Komplexitätsreduktion wünscht sich natürlich jeder elevator speech taugliche Erklärungen, die auf einer Power Point Folie Platz haben, die dann paradoxerweise wieder zur Lebensqualitäts-Potenzierung und Leistungssteigerung optimal genutzt werden sollten – das genau ist die Kehrseite von Burnout!!

Was kann man selbst oder ihre Mitarbeiter nun gegen Burnout tun?
Natürlich lassen sich die individuellen wie systemisch-betriebsinternen Ressourcen stärken im Sinne der psychologischen Fertigkeiten, einer tragfähigen Vernetzung und optimiert humanisierter Arbeitsabläufe. Daneben kann letztlich fast alles, was die eindimensionale Fokussierung auf die ständige Steigerung der beruflichen Performance relativiert und der entsprechenden Verarmung eines Lebens substanziell entgegensteht, hilfreich sein. Die dazu benötigte Aktzeptanz und Achtsamkeit muss jeweils individuell und neu definiert werden. Und je emotionaler, tiefgründiger und humorvoller ihre diesbezügliche Antwort ausfällt, umso besser für Sie.


 

Alfred Stadlmann
Zeit der Tränen. Augebrannt
Standpunkte, Emotionen und Gedanken zum Burnout-Syndrom
Norderstedt: Books on Demand 2014, 3. Aufl.

 

In einem autobiographischen Roman erzählt Alfred Stadlmann seine Erkrankung am Burnout-Syndrom nachdem er zuvor 32 Jahre in diversen Unternehmen im Computerverkauf äußerst engagiert, oft über seine Grenzen gehend sich mehr und mehr in eine emotionale Erschöpfung gepaart mit klassischen körperlichen Symptomen von Schlaflosigkeit, Schulter- und Rückenschmerzen manövriert hat.

Sehr persönlich beschreibt er seinen Weg von persönlichen Schicksalsschlägen, die in dieser Zeit gehäuft auftreten:

  • erhöhter Druck und Arbeitsbelastung durch gesteigerte Unternehmensziele
  • Kommunikationsprobleme mit dem neuen Filialleiter, der ein gut funktionierendes, erfolgreiches Team demotivierte
  • bis hin zur Kündigung wegen personaler Überbesetzung
  • Tod seiner geliebten Großmutter
  • lange Jobsuche
  • neue Jobannahme
  • neu auftretende Probleme durch Unternehmensvergrößerung
  • bis schließlich völlige Überforderung es keinen mehr Recht machen zu können.

Schlussendlich durch seinen Hausarzt und seine Familie bestärkt, entschließt er sich zu einem Aufenthalt in der psychosomatischen Klinik in Bad Aussee. Nach anfänglichem Widerstand gegenüber den angebotenen Therapien, entschließt er sich seine Geschichte in Form dieses Buches zu Papier zu bringen.

Ein Buch für all jene, die selbst ins Burnout geraten sind und für jene, die sich ein Bild machen wollen, wie ein Alltag in jenen Phase ausschauen kann.


 

Monika Gruhl
Resilienz für Lehrerinnen und Lehrer
Kraft für die Schule und für mich
Freiburg: Kreuz 2014

 

Als Trainerin und Mitbegründerin des Resilienzzentrums hat Gruhl Interventionen Übungen und Anregungen entwickelt um Lebenskräfte und -fähigkeiten bei Erwachsenen insbesondere bei LehrerInnen zu fördern und zu erweitern. Gruhl beschreibt Belastungsfaktoren anhand von Fallbeispielen und Schlüsselkompetenzen für Lehrende, um ihre Resilienz zu trainieren.

Ein kleines feines Buch, sicherlich kein großer Wurf, und dennoch ein guter Anfang für Lehrende.


 

Rolf Haubl / G. Günter Voß / Nora Alsdorf / Christoph Handrich
Belastungsstörung mit System
Die zweite Studie zur psychosozialen Situation in deutschen Organisationen
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2013

 

Grundlage des Buches ist die Studie „Arbeit und Leben in Organisationen 2011“, eine Folgestudie zu den Mikroveränderungen in Non-Profit und Profit-Organisationen, die durch die Deutsche Gesellschaft für Supervision (DGSv) initiiert und 2008 erstmals ins Leben gerufen wurde.

In 14 Abschnitten wird von permanenten Veränderungen über die Führungskultur, der Selbstfürsorge und Verantwortlichkeiten gesprochen. Weitgehende Einigkeit besteht darin in Bezug auf mögliche Risikofaktoren der Arbeitsbedingungen als zentraler Faktor für die Zunahme psychosozialer Belastungen und psychischer Störungen moderner Gesellschaften.


 

Joachim Bauer
Arbeit
Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht
München: Blessing 2013

 

Joachim Bauer analysiert unsere Arbeitswelt und zeigt auch Lösungswege. Nicht der Mensch ist der Arbeit, die Arbeit dem Menschen anzupassen. Wie kann Arbeit glücklich machen? Rapide Zunahme von Burnout und Stresserkrankungen in die Erschöpfungsgesellschaft ist zu verzeichnen, ein Default Mode Network – ein Unruhe-Stress System. Schaffen wir die Arbeit oder schafft sie uns?

Bauer beschreibt auch das Burnout Phänomen, dass nicht erst seit Freudenberger in den 70er Jahren, sondern bereites durch Kurt Lewin in den 20er Jahren als psychische Sättigung beschrieben wird. Ein Konflikt zwischen Pflichtgefühl und Nicht mehr Können. Bauer räumt auch mit dem immer wieder kolpotierten Irrtum auf, Depression sei mit Burnout gleichzusetzen. Arbeitsstress führt mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Burnout Syndrom. Ein Burnout Syndrom bedeutet nicht notwendigerweise Depression. Das Burnout Syndrom kann eine Durchgangsstation vom Arbeitsstress zur Depression sein.

Bauer versteht es wie in all seinen Büchern komplexe Materien unaufgeregt und dennoch umfassend und v.a. verständlich zu beleuchten.


 

Peter Wehmeier
Erfolg ist, wenn es mir gut geht!
Burnout vermeiden durch Selbstmanagement
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2013

 

Wehmeiers Selbstmanagement-Konzept beruht auf fünf Grundvorgängen, die er in seinen Führungsseminaren entwickelt hat. Aneignung oder Erkenntnis, Beziehung, Planung, Entscheidung und Handlung. Er meint, um Burnout zu vermeiden, müssten wir uns mit diesen 5 Grundvorgängen unseres Lebens auseinandersetzen.

So schreibt er: Veränderungen kommen nicht durch eine Veränderung der Haltung zustande, sondern durch Verhaltensänderung! Veränderung kann nur durch beides zustande kommen: zunächst durch Veränderung der Haltung (Denken, Einschätzen), in Folge durch Änderung des Verhaltens (das konkrete Tun) und sie beeinflussen einander gegenseitig - dies ist mittlerweile auch neurobiologisch bestätigt. Interessanterweise beschreibt er dies genau so im Kapitel Aneignung als komplexen Prozess der Wahrnehmungsvorgänge in Form der bekannten Assimilation und Akkommodation. Selbstmanagement bedeutet auch immer Gestaltung von Veränderung.

Wehmeier`s Buch bringt einiges Brauchbares und vieles bereits Bekanntes. Ich nehme den Autor beim Wort: Nehmen Sie Dinge nicht übermäßig ernst. Tragen Sie Enttäuschungen nicht mit Fassung, sondern mit Humor.


 

Gerald Musger (Hrsg.)
Gesund, sozial und nachhaltig managen
Handbuch für verantwortungsvolle Führungskräfte
Wien: ÖGB Verlag 2013

 

Die Interessensgemeinschaft work@professional der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier hat sich hier auf Fragen der verantwortlichen MA-Führung konzentriert.

Das vorliegende Handbuch zeigt in Modulen zu einzelnen Aspekten der Führungsarbeit wie z.B., Burnout, Mobbing, Fürsorgepflicht aber auch MitarbeiterInnengespräch oder Datenschutz, die Vielfalt und Verantwortung von Führung und den Wandel im letzten Jahrzehnt.

Grundsätzlich ein prägnantes, leicht lesbares und brauchbares Buch, auch wenn manchmal der berufliche Hintergrund und persönliche Zugang der AutorInnen zum Thema mancherorts zu viel hervorblitzt. So leider passiert beim Herausgeber selbst im Kapitel Coaching und Supervision: dies liest sich leider wie eine Werbeeinschaltung des ÖVS. Gerade wenn man von Coaching für Führungskräften spricht, darf der ACC (österreichischer Dachverband für Coaching) nicht unerwähnt bleiben.


 

Irmgard Plößl / Matthias Hammer,
ZERA - Zusammenhang zwischen Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit
Ein Gruppentrainingsprogramm zur Unterstützung der beruflichen Rehabilitation von Menschen mit psychischer Erkrankung
Köln: Psychiatrie Verlag 2013, 6. Aufl.

 

Die ZERA-Schulung zur Unterstützung der beruflichen Rehabilitation von Menschen mit psychischen Erkrankungen verbindet krankheitsspezifische Fragestellungen mit beruflichen.

Die übergeordnete Zielsetzung des ZERA-Programms ist es, die TeilnehmerInnen darin zu unterstützen, das jeweils individuell optimale Belastungsniveau herauszufinden und somit Über- und Unterforderung im beruflichen Bereich so weit wie möglich zu vermeiden, Defizite im Bereich der Arbeitsfähigkeit auszugleichen und nach Möglichkeit die Leistungsfähigkeit so weit zu steigern, dass die Übernahme einer Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt möglich wird.

Das Buch beschreibt einfach und übersichtlich das Manual zum praktischen Gebrauch. Arbeitsblätter wie Ablauf als Download verfügbar – Sehr brauchbar.


 

Uschi Eichinger / Kyra Hoffmann-Machum
Der Burnout-Irrtum
Ausgebrannt durch Vitalstoffmangel. Burnout fängt in der Körperzelle an
Lünen: Systemed 2013, 4. Aufl.

 

Das Buch soll einen Irrtum aufklären, eine Lücke schließen. In seiner Aufbereitung durchaus „ja“ – prägnant, verständlich und profunde Beschreibungen von gestörten Zellstoffwechselvorgängen bei Burnouterkrankungen – hervorragend! Thematisch eine Lücke schließend – „nein“. Dass es bei erschöpften und ausgebrannten Menschen zu erheblichen Vitalstoffmangel kommt ist nichts Neues. Dazu gibt es auch andere Publikationen.

Dass der körperliche Aspekt bei Erschöpfung bei bisherigen Publikationen und Behandlungen zu kurz kommt und Burnout in der „Psycho Ecke“ feststeckt – kann ich, wie die Autorinnen betonen - auch nicht bestätigen. Denn alle, die sich fundiert und seriös mit dem Phänomen Burnout beschäftigen und v.a. Betroffene behandeln, würden nie auf die Idee kommen, körperliche Auswirkungen außer Acht zu lassen. Die AutorInnen unterliegen hier einem eigenen „Burnout-Irrtum“, dass in bisherigen Behandlungen nur auf psychischen und organisationalen Aspekte bei Burnout Erkrankungen der Fokus gelegt wurde.

Eine state oft the Art Behandlung berücksichtigt eine interdisziplinäre Behandlung auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebenen, denn genau dort manifestiert sich per definitionem das Burnout Syndrom.

Die Themenvielfalt dieses Buches lässt es mehr in die Breite als in die Tiefe gehen. Dies macht es jedoch für den Interessierten lesbar und in seiner Prägnanz brauchbar und liefert wertvolle Hinweise über Evolutionsbiologie, Biochemie und Biophysik.

Gesundheit fängt in der Zelle an, heißt es hier. Aufgrund labordiagnostischer Methoden ist es heute möglich, das Ausmaß der individuellen Stressbelastung auf die Zellen und die Fähigkeit der Zellen, Energie zu produzieren, zu ermitteln. Leider sind diese Laboruntersuchungen sowohl in Deutschland als auch in Österreich kein Bestandteil der gesetzlichen Krankenversicherungen.

Sehr verständlich werden die einzelnen Botenstoffe und Stresshormone beschrieben, aber auch wertvolle Hinweise gegeben wie man die eigene Energieproduktion mit einfachen Mitteln wieder ankurbeln kann.

Generell: Prädikat wertvoll


 

Jörg Fengler
Burnout Prävention im Arbeitsleben
Das Salamander Modell
Stuttgart: Klett-Cotta 2013

 

Fenglers Salamander Modell mit sieben Beinen auf beiden Seiten beschreibt auf der linken Seite auf welchen Ebenen sich Stress einstellen kann und auf der rechten Seite, wie man Burnoutprävention betreiben kann. Person, Privatleben, Zielgruppen, Team, Vorgesetzte, Institution und Gesellschaft sind die Pole, die hier benannt werden. In 7 Kapiteln beschreibt er sehr anschaulich auch mit Übungen versehen z.b. IT-Hygiene; der Vorgesetzte, der Stress erlebt, jedoch auch selbst als Stressor für andere erlebt werden kann; die Team-Analyse in ihrer Beziehungsqualität oder Anhaltspunkte für MA-Gespräche zur Burnout-Prävention sind für den Alltag gut einsetzbare Möglichkeiten. Sehr lesenswert!


 

Jürgen Tempel / Juhani Ilmarinen / Giesert Marianne
Arbeitsleben 2025
Hamburg: VSA Verlag 2013

 

Die Arbeitsanforderungen werden sich in den nächsten Jahren massiv verändern alleine durch die demographische Entwicklung. Dazu braucht es eine Demographiestrategie, eine Fachkräfte-Offensive und nicht zuletzt eine Initiative "Neue Qualität der Arbeit" – so der Bundesminister für Arbeits und Soziales in Deutschland – Hans-Joachim Fuchtel. In diesem Buch wird das Haus der Arbeitsfähigkeit vorgestellt. Im zweiten Teil wird an Beispielen die betriebliche Praxisanwendung aufgezeigt. Im dritten Teil wird die Entwicklung vom betrieblichen Gesundheitsmanagement zum betrieblichen Arbeitsfähigkeitsmanagement beschrieben. Gute Tabellen und aufbereitetes Zahlenmaterial.


 

Michael E. Harrer
Burnout und Achtsamkeit
Stuttgart: Klett Cotta 2013

 

Achtsamkeit bedeutet, sich darüber bewusst zu sein, was von Augenblick zu Augenblick geschieht – im Innen und Außen. Ein weiteres Buch zum Thema Burnout hat hier der Klett-Cotta Verlag 2013 herausgegeben und fokussiert den achtsamen Umgang im Erleben des Alltags, im Sinne des salutogenetischen Ansatzes: Was hält mich gesund? Fachkundige Anleitung und Beratung kann dieses Buch nicht ersetzen, der Autor erhebt auch nicht den Anspruch – jedoch kann man dann auch gleich das Achtsamkeits-Übungsbuch des Autors kaufen, damit man effizient entschleunigt. Ein Einstieg in die Achtsamkeitswelt – mehr aber auch nicht.


 

Ursula Wawrzinek / Anette Schauer
Was tun, wenn es brennt?
Neue Strategien gegen Burnout
Stuttgart: Klett Cotta 2013

 

"Im Westen nichts Neues" – das könnte die Überschrift über dieses Buch sein. Neue Strategien gegen Burnout konnte ich in diesem Buch leider nicht erkennen. Gut und Altbewährtes auch nicht mal sehr originell (Cartoons?) dargestellt. Ein Buch, das den Autorinnen sicherlich eine Menge Arbeit beschert hat, für den Verlag, der bereits weitaus bessere Burnoutbücher herausgegeben hat, sicherlich ein für den Stand des Wissens 2013 ein entbehrliches.


 

Theo R. Payk
Burnout
Basiswissen und Fallbeispiele
Gießen: Psychosozial Verlag 2013

 

In einem kleinen kompakten Büchlein beschreibt Payk die wesentlichen Merkmale von Burnout.

Er unterscheidet dabei zwischen Burnout-Syndrom und "Burnt out" einem anhaltendem Ausgebranntsein. Bei der Unterscheidung zwischen Burnout und Depression bleibt Payk uns eine differenziertere Unterscheidung schuldig. Die Fallbeispiele sind eindrückliche Praxisbelege von Menschen mit Erschöpfungszuständen, so wie sie uns in Behandllungssituationen immer wieder begegnen. Auch für Betroffene hat dies Wiedererkennungswert.

Alles in allem gut kompakt beschrieben, aber Behandlungspfade wie multidisziplinäre Diagnostik blieben leider aus.


 

Julia Ross
Was die Seele essen will
Die Mood Cure
Stuttgart: Klett Cotta 2013, 4. Aufl.

 

Julia Ross, Leiterin der Klinik Recovery Systems in Mill Valley Kalifornien, eine Klinik die sich seit 15 Jahren der auf Ernährung basierenden Behandlung von Gemütsleiden verschrieben hat (basierend auf eiweiß- und gemüsereiche sowie kohlehydratreduzierte Ernährung verbunden mit Psychotherapie), beschreibt in ihrem Buch sehr anschaulich, welche Bausteine und Nährstoffe unser Gehirn braucht, um emotionale Schwankungen ausgleichen zu können, hin zu einem Gleichgewicht der wichtigsten Gehirnbotenstoffe.

Welche Nahrungsbestandteile braucht der Organismus? Ross ist der Ansicht, dass ein Großteil des zunehmenden emotionalen Stresses auf Fehlfunktionen unseres Gehirns und unserer Körperchemie zurückzuführen ist. Sie beschreibt vier nicht unbekannte, hochspezialisierte Arten von Emotionsmolekülen, die vier Gefühlserzeuger, die im Gehirn Neurotransmitter genannt werden: Serotonin, Katecholamine, GABA und Endorphin. Diese 4 Neurotransmitter werden ausschließlich aus den Aminosäuren gebildet, die man in einweißreicher Nahrung findet. Zu viel Stress kann die Gute–Laune-Neurotransmitter des Gehirns aufbrauchen. Gesunder Schlaf, ausreichende Entspannung und angemessene Pausen sind ausschlaggebend für die Wiederherstellung eines optimalen Spiegels. Ebenso wichtig sind die Hormone der Schilddrüsen, der Nebennierenhormone und Sexualhormone. Ohne ausreichende Menge können die Neurotransmitter blockiert werden. Einfach und leicht verständlich beschreibt Ross die komplizierten Zusammenhänge, dass sich jeder Leihe ein eingehendes Bild davon machen kann.

Therapie in der Klinik gerade auch bei Menschen mit Essstörungen: Einnahme von Aminosäuren, der wesentlichen Nahrungsergänzungsmittel und eiweiß- und gemüsereiche sowie kohlehydratreduzierte Ernährung kombiniert mit Psychotherapie. In einem Selbsttest kann man herausfinden welcher Stimmungstyp man ist und welchen Nährstoff Masterplan man sich zusammenstellen kann. Bezugsquellen sind ebenso zu finden sowie immer der Hinweis mit Fachmännern und –frauen zusammenarbeiten.

Ross hat ein verstehbares, handhabbares und sinnvolles Werk geschrieben, dessen Inhalt dazu anregt, ihn für die therapeutische Praxis umzusetzen.


 

Julika Zwack unter Mitarbeit von Götz Mundle
Wie Ärzte gesund bleiben
Resilienz statt Burnout
Stuttgart: Thieme 2013

 

Das Erkennen der eigenen Grenzen, das Verstehen der eigenen Unzulänglichkeiten und die Beschäftigung mit den eigenen Fähigkeiten und Ressourcen sind unabdingbare Voraussetzungen für gute ärztliche Arbeit. Die Frage was unter Bedingungen von Arbeitsverdichtung, knappen Budgets und ausufernder Bürokratie persönlich gestaltbar und entscheidbar bleibt, betrifft viele Berufgruppen.

Immer noch glauben viele Menschen, dass Ärzte besser wissen, wie man gesund bleibt und daher weniger erkranken. Sie übersehen aber dabei leider oft selber ihre eigenen Grenzen. Depression, Schlafstörungen, Beziehungsprobleme, zu viel Nikotin und Alkohol – darunter leiden oft Ärzte, oft häufiger als die Allgemeinbevölkerung. Noch dazu verzeichnet die Ärzteschaft die höchsten Suizidraten verglichen mit anderen Berufsgruppen.

Zwack versucht resiliente Verhaltensweisen im Sinne der Salutogenese in 12 Kapiteln übersichtlich zu beschreiben und spricht hier v.a. vom Investieren: Investieren in die Selbsterkenntnis, in die Selbstorganisation, Investieren in außerberufliche Lebenswelten aber auch Arbeitsbeziehungen und schließt mit dem Fazit der Resilienz: als Summe guter Gewohnheiten und bewusster Entscheidungen.

Mit kleinen Selbsttest und Übungen die im Anschluss jedes Kapitels farblich gekennzeichnet sind, versucht sie die Möglichkeit zu geben eine Art Standortbestimmung vorzunehmen und erste Schritte für sich zu definieren. Die Übungen spannen sich von einer Anforderungs–Ressourcenbilanz, über ein Bedürfnisbarometer, bis hin zu Energiebilanzen oder kleinen Beobachtungsaufgaben wie: Beobachten sie einmal einige Tage lang, wie oft sie die Worte "müssen" und "schnell" verwenden. Versuchen sie dann bewusst diese Worte durch "ich entscheide mich zu tun..." oder zweiteres durch " ... in meinem Tempo" zu ersetzen. Warum bin ich überhaupt ÄrztIn geworden? Was ist von diesen Zielen noch übrig? Was interessiert sie an PatientInnen, was wollen sie ihnen mitgeben, wofür stehe ich?

Zwack schafft es mit ihrer langjährigen Erfahrung ein prägnantes und doch sehr brauchbares Buch für ihre KollegInnen zu schreiben, die ob der Zeitnot sich keine langen Schmöker zu Gemüte führen würden – oder doch? Dieser Thieme Band gibt die Möglichkeit immer wieder mal reinzuschauen, Übungen auszuprobieren – etwas Zeit zu investieren für die eigene Psychohygiene als ÄrztIn die im Alltag des Autopilot oft nur allzu kurz kommt, oder leider häufig auch von KollegInnen unterschätzt wird.


 

Gert Kaluza
Gelassen und sicher im Stress
Heidelberg: Springer 2012, 4. Auflage

 

Dieses Buch ist für alle stressgeplagte Menschen geschrieben, die bereits erste körperliche und seelische Anzeichen von Überlastung oder beginnender Erschöpfung spüren, aber ebenso auch für Führungskräfte, für Personalverantwortliche und Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen.

Kaluza, Psychotherapeut, Trainer und Coach beschreibt hier v.a. das Ampelmodell von Stressoren – Stressverstärkern und Stressreaktion. Dies stellt gleichzeitig die Gliederung des Buches dar, welches grafisch gut aufbereitet und mit brauchbaren Übungen versehen ist.


 

Thomas Bergner
Endlich ausgebrannt!
Die etwas andere Burnout-Prophylaxe
Stuttgart: Schattauer 2012

 

Thomas Bergner gibt hier nicht ganz ernst gemeinte Anleitungen, wie Sie garantiert ins Burnout geraten können, weil Burnout richtig "in" ist. Er verspricht nur meiner Meinung nach leider nicht was er anfangs ankündigt.

Wenn schon sarkastisch, schwarzhumorig, mit Augenzwinkern, dann bitte auch durchziehen, und nicht dazwischen wieder Erklärungen, wie wir sie schon tausendmal gehört haben. Da Bergner ja auch bereits andere Burnout-Bücher – s.g. herkömmliche Ratgeber – geschrieben hat, gewinnt man den Eindruck, dass er sich dann letzten Endes doch nicht stringent an die angekündigte Vorgabe hält. Denn er beschreibt dann auch wieder welchen Nutzen Burnout haben kann, als Krise, die eine Verhaltensänderung evoziert. Jede Krise will eine fehlende Balance wiederherstellen und eine bestehende Not beenden, sagt Bergner.

In diesem Buch beschreibt er ebenso Angebote wie ökonomische Nutznießer von Burnout, wie Anti-Burnout Kurse, Entspannungsangebote, Krankenversicherungen, alle möglichen Arten von Therapien aber auch Ratgeber-Bücher, wie dieses vor Ihnen liegenede eben keines sein soll, aber dennoch eines ist!

Auch wenn er sehr humorvoll schreibt, sich über vieles lustig macht, so kann sich der Autor nicht der Kritik über seinen eigenen "Wie gelange ich tatsächlich ins Burnout"-Ratgeber entziehen. Er ist damit ebenso ein Nutznießer des Burnout-Phänomens, auch wenn er kritisch viele zurecht fadenscheinige Angebote unter die Lupe nimmt. Witzig betitelte Kapitel wie "Randy dein Handy" , "Der Esel in der Gummizelle", "Mount Everest in Liliput", "Aus Max den Moritz machen" oder "Überhauptnullundabsolutinkeinerweisewas" täuschen darüber in keinster Weise hinweg.

Sicherlich ein einmal anders geschriebenes Buch, obwohl leider nicht ganz durchgezogen. Wenn schon ein Ratgeber ins Burnout, dann schon auch stringent dran bleiben. Hier bekommt man den Eindruck, dass der Autor dann doch einen Rückzieher vor seiner eigenen Courage macht.


 

Reinhold Zeyer
Hypnotherapeutische Strategien bei akutem und chronischem Stress
Heidelberg: Carl Auer 2012

 

Die moderne Hypnotherapie bietet eine Vielfalt an effektiven Methoden zur Bewältigung von Stresssymptomen. Zeyer schöpft hier aus dem großen Schatz Milton Ericksons und verbindet dieses Wissen mit den Erkenntnissen der Stress- und Resilienzforschung.

Zeyer gelingt es übersichtlich und in verständlichen Worten Anregungen an KollegInnen zu geben, wie sie in ihrer Praxis Bekanntes und Erlerntes wieder reaktivieren können. Damit gibt er ein Handbuch heraus, das sowohl für erfahrene Hypnotherapeuten ein gutes Nachschlagwerk darstellt, als auch für angehende Therapeuten ein brauchbares Einstiegswerk.

Von der hypnotherapeutischen Kommunikation, über die Strukturierung, Transformierung hin zur Tranceinduktion mit all ihren Facetten, finden wir mit Praxisbeispielen bebilderten Einblick ins hypnotherapeutische Arbeiten.


 

Thomas M. H. Bergner
Burnout Prävention
Sich selbst helfen – das 12 Stufen Programm
Heidelberg: Schattauer 2012, 2. Aufl.

 

Fakten, Daten und Auslösefaktoren, werden hier nicht präsentiert. Hier verweist der Autor auf sein Buch Burnout bei Ärzten, wo er dies ausführlich bereits erläutert hat. In diesem Buch konzentriert sich Bergner auf zahlreiche Tests und Übungen, die die Leserinnen für sich nutzen können.

Ganz bewusst verzichtet er hier auf validierte wissenschaftliche Tests, sondern greift auf jene zurück, die sich in seiner Praxis zur Selbstbefragung bewährt haben. Die Eigenverantwortlichkeiten, persönliche Konsequenzen und Eindrücke bleiben dem Leser überlassen. Mit der Empfehlung sich ein Notizbuch anzuschaffen für seine Methode der multi-based burnout prevention schickt er uns durch ein 300 Seiten starkes Buch. Sicherlich eine gute Möglichkeit für sich immer wieder einmal innere Bilanzen zu ziehen.

Ebenso können BehandlerInnen, dieses Buch ihren KlientInnen empfehlen, damit sie eine Arbeitsgrundlage haben für ihre persönliche Einschätzung.


 

Stefanie Weimer/Maureen Pöll
Burnout- Behandlungsmanual
Baukastenmodul für Einzeltherapie und Gruppen, Klinik und Praxis
Stuttgart: Klett-Cotta 2012

 

Die beiden deutschen Diplom Psychologinnen der Frankenalb-Klinik Engelthal, beschreiben in diesem Manual in 6 Modulen, wie man mit Burnout-Betroffenen v.a. im Klinikalltag zu den Themen
- Einblick in die eigene Krankheit gewinnen
- Kognitive Behandlung von Burnout
- Emotionen von Burnout
- Präventive Maßnahmen gegen Burnout
- Sinn- und Wertefragen
- Burnout-Rückfallprophylaxe
sinnvoll arbeiten kann.

Sie berücksichtigen dabei die wissenschaftlich bereits evaluierten und empirisch bestätigten Herangehensweisen in der Praxis.

Innovation darf man sich nicht erwarten, wofür das Buch spricht ist seine Prägnanz, Übersichtlichkeit, in kurzen Worten sich aufs Wesentliche zu beziehen. Die Arbeitsblätter auf CD sind für den eigenen Gebrauch wahrscheinlich noch zu adaptieren, bieten jedoch eine gute Grundlage zur Konzeption.


 

Diane Drexler
Das integrierte Stressbewältigungsprogramm ISP
Manual und Materialien für Therapie und Beratung
Stuttgart: Klett-Cotta 2012, 3. Aufl.

 

Das ISP zielt auf störungs- und problemübergreifen auf einen besseren Umgang mit alltäglichen Belastungen. Das Manual richtet sich v.a. für Gruppenarbeit in Therapie, Beratung und Begleitung von betrieblichen Gesundheitsförderungsmaßnahmen und Prävention mit aus der Praxis heraus entstandenen Tools, Prinzipien, Methoden und Techniken verschiedener psychotherapeutischer Verfahren und Beratungsansätzen. Den Grundprinzipien der Gruppenarbeit wie Warming up, Wahrnehmungs- und Achtsamsübungen, Entspannungstraining, erlebnisaktivierende Gruppenübungen, und Wissensbausteinen für Stressbewältigung wird hier Rechnung getragen.

Für „Althasen“ im Thema Stressmanagement Vielbekanntes und Dejà vues, in ansprechender Form brauchbar zusammengestellt. Für all jene, die sich dem Thema erst annähern wollen, eine sehr praxisorientierte Sammlung von Übungen und Herangehensweisen an das Thema auch mit Arbeitsblätter-CD.


 

Gabriele Kypta
Burnout erkennen, überwinden, vermeiden
Heidelberg: Carl Auer 2011, 3. überarb. Auflage

 

Unterhaltsam und leicht zu lesen präsentiert Gabriele Kypta mit ihrem Buch einen praxisorientierten Ratgeber zum Thema Burnout. Gespickt mit Erfahrungsberichten, sowohl eigener als auch von InterviewpartnerInnen, stellt sie grundlegendes Wissen zu Burnout Symptomatik, inneren und äußeren Auslösebedingungen zur Verfügung.

Mit einer Vielzahl an konkreten Anregungen zur Prävention bzw. Überwindung von Burnout richtet sie sich sowohl an Gefährdete (mit einem besonderen Fokus auf Frauen) als auch deren berufliches und privates Umfeld. UnternehmerInnen sensibilisiert sie dafür, dass ganze Teams bzw. Unternehmen von einer Burnoutdynamik betroffen sein können, die letztlich zu einer Frage des Überlebens werden kann. Nach wie vor eines der großen Hindernisse für eine rechtzeitig einsetzende Prävention scheint ihr auch in ihrer Erfahrung als Coach und Unternehmensberaterin die Tatsache, dass Scheitern an sich und damit auch das Scheitern an eigenen Idealen und die daraus folgende Erschöpfung in unserer Gesellschaft tabuisiert wird, so dass Gefährdete schwer erreichbar bleiben.

Umso wertvoller ist, dass der Autorin eine unter den Selbsthilfebüchern zu dem Thema seltene Mischung aus inhaltlicher Fundierung und amüsanter Unterhaltung gelingt, die eigene und neue Ideen einbringt, zur Selbstreflexion anregt und damit zur Enttabuisierung beiträgt. Im Serviceteil des Buches werden zahlreiche weiterführende Links und Adressen zu dem Thema zur Verfügung gestellt.


 

Klaus Michael Ratheiser / Jutta Menschik-Bendele / Ewald Krainz / Michael Burger
Burnout und Prävention
Ein Lesebuch für Ärzte, Pfleger und Therapeuten
Wien: Springer 2011

 

4 Blickwinkel auf Burnout. Aus der Sicht der klinischen Psychologie, Organisationsberatung, Gruppendynamik und medizinischer Sicht geben sie Erfahrungswerte.

Menschik-Bendele gibt einen Überblick über die Burnout Forschung, "Was hilft Helfern helfen" beschreibt Michael Burger. Was kann Supervision, Coaching & Co? Er gibt Einblicke in die Beratungspraxis und wie ÄrztInnen geholfen werden kann. Krainz und Ratheiser beschreiben wie Organisationen und Gruppen in Kliniken funktionieren - wie Informationsdefizit, Hierarchierspitzen und Konflikte Einfluß auf die eigene Resilienz haben.

Dieses Buch lädt zur Selbstanalyse ein. Es zeigt persönliche Wege von KlientInnen auf, die aus schwierigen Lebenssituationen herausgefunden haben.


 

Ulrike Sammer
Entspannung erfolgreich vermitteln
Progressive Muskelentspannung und andere Verfahren
Stuttgart: Klett Cotta 2011, 5. Aufl.

 

Informatives und einfach verständlich geschrieben für all jene die Entspannungsverfahren erfolgreich einsetzen wollen. Weniger für KlientInnen, denn für Anwender, TherapeutInnen ist es geschrieben. Dabei beleuchtet die Autorin Fragen über Settings, Rahmenbedingungen, Kontraindikationen und konkrete Durchführung. Man darf sich aber keine konkreten Übungsanleitungen, Texte für ein PME- Setting erwarten, die gilt es andernorts zu organisieren.

Wirkmechanismen von Entspannungsverfahren über die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson hinaus werden hier kurz und knapp als Vergleich dargestellt. Klare Kontraindikation bei PME sieht die Autorin bei älteren Menschen, die nicht mehr in der Lage sind einige Minuten sitzend oder liegend sich auf den Körper zu konzentrieren, ebenso kontraindiziert bei Menschen mit psychotischen Zustandsbildern, da hier Entspannungsübungen Wahnvorsellungen fördern können. Bei Menschen mit schweren Zwangsvorstellungen ist ein übergleiten von einer Übung in die nächste ebenso unmöglich genauso wie bei schweren Bewusstseinseinengungen, seien sie durch Medikamente oder durch schwere Depressionen hervorgerufen.

Die Autorin gibt gute Hinweise ob und wie man im Einzel- oder Gruppensetting vorgehen kann, welche Licht- und Raumverhältnisse günstig sind und welche Haltung der Therapeut einnehmen sollte.

Sie beschreibt die unterschiedlichen Phasen von Beginn über Mitte bis zur Endphase, worauf man achten sollte und welche Unterlagen sinnvollerweise den KlientInnen mitgegeben werden können. Von den KlientInnen selbst besprochene Tonbänder können von Zeit zu Zeit verwendet werden, jedoch nicht durchgängig, da der Gewöhnungseffekt zu groß von der Autorin eingeschätzt wird.

Behutsam beschreibt Sammer körperliche Reaktionen wie Herzklopfen, Muskelzuckungen oder -krämpfe oder sogar sexuelle Erregung und gibt Hinweise des Umgangs damit. Sammer gibt Hinweise über Schwierigkeiten die bei Menschen mit psychischen Erkrankungen auftreten können: wie Konzentrationsschwierigkeiten, zu hohe Erwartungen, Ungeduld, Ängste, Kontrollverlust und gibt im abschließenden Kapitel eine Übersicht über verschiedene "ProblemklientInnen", denen sie Namen verpasst wie "Der Skeptiker", "Der Kritische", "Die Leistungsorientierten", "Die Unaufmerksamen", denen man in Übungsgruppen begegnen kann.

Sammlers Credo des "Haltens und Loslassens" hat in der Entspannung nicht nur eine große Wirkung auf körperliche Vorgänge, sondern stößt auch psychische Veränderungen an. Sie werden neu erfahrbar und können so kognitiv umstrukturiert werden und sind somit eine komplementäre Methode zu Psychotherapie und Medizin.


 

Konrad Reschke / Harry Schröder
Optimistisch den Stress meistern
Ein Programm für Gesundheitsförderung, Therapie und Rehabilitation
Tübingen: dgvt Verlag 2010

 

Das Stressprogramm hat den Anspruch vor allem ein adaptives, individualisierbares Programm zu sein, das Anforderungen und Belastungen der modernen Arbeitswelt berücksichtigt und dabei Methodenelemente anderer Stressprogramme zu integrieren.

Herausgekommen ist eine Sammlung von brauch- und weniger brauchbaren Übungen zur Stressanalyse, Entspannungstechniken, Ressourcenstärkung, und Erhöhung der Bewältigungskompetenzen einsetzbar im Einzel- als auch Gruppensetting. Profis finden viel Bekanntes wieder und Beginners eine gute Struktur für den Anfang und die Anwendung.


 

Thomas M.H. Bergner
Burnout bei Ärzten
Arztsein zwischen Lebensaufgabe und Lebens-Aufgabe
Stuttgart: Schattauer 2010, 2. Aufl.

 

Burnout ist bei ÄrztInnen erschreckend häufig. Doch häufig reagiert die Ärzteschaft kaum bis gar nicht, als ob es nicht sein dürfte. Viele ÄrztInnen reagieren abwertend, Burnout haben die anderen, nicht ich. Als Helfender selbst hilfsbedürftig zu sein, scheint beängstigend, täuscht aber nicht über die permanente Überlastung dieses Berufsstandes hinweg. Schwächen zuzugeben, scheint im Selbstverständnis der Ärzteschaft nicht state of the Art zu sein.

Bergner gibt einen guten Überblick v.a. auch über die Berufung des Arztes, seine Stör- und Stressfaktoren, sowie über die Problematik im Klinikalltag. Der Umgang mit ÄrztInnen im Burnout wird ein zentrales Thema für die Zukunft. Michael, ein häufig zitierter an Burnout erkrankter Arzt im Buch hat leider nicht mehr in den Arztberuf zurückgefunden. Er hat nach Aufgabe seiner Praxis 1 1/2a gebraucht, sich selbst einzugestehen, dass er Burnout hatte.

Insgesamt viele interessante Aspekte für ÄrztInnen zur Sensibilisierung zum Thema – kann man jedem im Gesundheitsbereich empfehlen.


 

Dagmar Ruhwandl
Top im Job
Ohne Burnout durchs Arbeitsleben
Stuttgart: Klett-Cotta 2010, 2. Aufl.

 

Das 2009 zum ersten Mal erschienene Buch bringt in 7 Kapiteln informatives aber wenig innovatives zum Thema Burnout und Erschöpfung. Klassische Übungen zum Stressmanagement werden leicht verständlich präsentiert, auch hier wird Neues vermisst. Kapitel wie „Tipps für Kollegen und Vorgesetzte“, sowie „Warum brennt mein Job mich aus?“ geben gute Auskunft über die eigene Überforderung und die anderer mit Erschöpfung von Kollegen umzugehen.

Ein wenig spektakuläres, aber solides Grundlagenwerk für Interessierte und Betroffene. Auf einer Bewertungsskala von 1-10 (1=nicht optimal, 10=optimal) eine 6!


 

Matthias Hammer
SBT: Stressbewältigungstraining für psychisch kranke Menschen
Ein Handbuch zur Moderation von Gruppen
Bonn: Psychiatrie Verlag 2010

 

Hammer hat hier ein sehr brauchbares Instrumentarium für Stressbewältigungsprogramme im klinischen und beraterischen Kontext geschaffen. Es ist ein toller Handwerkskoffer für die tägliche Arbeit mit KlientInnen. Das Programm ist modular aufgebaut, sodass die Anwendung sehr flexibel gestaltet werden kann. Die Arbeitsunterlagen auf der beiliegenden CD zu den Themen Planung positiver Aktivitäten, Problemlösen, Krisenbewältigung, Achtsamtkeit und Entspannung sind sofort einsetzbar und kaum zu adaptieren.


 

Silvia N.
Diagnose Burnout
Mein Weg zurück ins Leben
Neckenmarkt/Wien/München: novum 2009

 

Das handliche, 86 Seiten umfassende Büchlein „Diagnose Burnout“ wurde von einr 35-jährigen Frau geschrieben, die darin in kurzen Kapiteln einen Einblick in ihre eigene Leidensgeschichte gibt. Als verheiratete Frau und Mutter eines Sohnes beginnt sie im Familienbetrieb als Teilzeitkraft zu arbeiten und rutscht langsam und zunächst unmerklich in ein Burnout. Erst der totale Zusammenbruch lässt sie erkennen, dass sie an einer ernst zu nehmenden Krankheit leidet.Im zweiten Teil des Buches schildert sie – wiederum gegliedert in kurze Kapitel – eine Schilderung der Ursachen ihrer Erkrankung und ihres Weges zur Gesundung. Praktische Tipps und Literaturempfehlungen für Betroffene ergänzen das Buch.

Der Wunsch der Autorin ist es, anderen Betroffenen, und besonders allein erziehenden Müttern in ähnlichen Situationen Mut zuzusprechen.

Für am Thema Interessierte, die noch nicht mit dem Thema Burnout zu tun hatten, kann dieser Erfahrungsbericht ein erster Einstieg sein.


 

Jörg-Peter Schröder
Wege aus dem Burnout
Möglichkeiten der nachhaltigen Veränderung
Berlin: Cornelsen 2008, 2. Aufl.

 

Das Zielpublikum für die geschätzten und gut recherchierten Inhalte hat naturgemäß „keine Zeit“ und ist „im Streß“. Ich empfehle sofort mit der Seite 33 und dem „Burnout Indikator zur Selbsteinschätzung“ zu beginnen und – wenn es ganz rasch gehen soll - gleich zu den Seiten „auf den Punkt gebracht“ zu blättern und die beschriebenen Essenzen zu konsumieren.

Klein und kompakt – ein Buch für die Jackentasche, das überfließt mit konkreten und sinnvollen Fragestellungen, Sprüchen, Tipps und Erklärungsmodellen zum Thema.

Wahrscheinlich: Je kleiner, umso eher besteht die Chance das Burnout Gefährdete sich diese Inhalte zuführen. Für die ganz Eiligen reicht es sogar das Büchlein intuitiv aufzuschlagen und sich einen einzigen Impuls für den gestressten Moment zu destillieren.


 

Ferdinand Jaggi
Burnout – praxisnah
Stuttgart: Thieme 2008

 

Das Buch stellt ein knappes und prägnantes Einführungswerk dar, das alle wesentlichen Begriffe rund um das Thema Burnout kurz erläutert und sich dabei in der Sprachwahl, der angeführten Beispiele und der zitierten Studien vor allem an das Zielpublikum Ärzte und medizinisches Pflegepersonal und Studenten wendet.

Nach einem Abriss über Historisches, Diagnostik, Symptomatik und Verlauf werden einige Differentialdiagnose-Hinweise gegeben, wobei mit der Fibromyalgie u.a. eine Symptomatik angesprochen wird, die sich selten in Burnout-Büchern findet. Der zweite Teil des Buches bietet einen kurzen Überblick über Therapie und Präventionsmöglichkeiten auf körperlicher, kognitiver, emotionaler und medikamentöser Ebene, einige Anregungen sind dabei so gestaltet, dass sie sich unmittelbar ausprobieren lassen. Der Autor schließt mit einer persönlichen Stellungnahme und Beispielen aus der eigenen Praxis.

Eine der Stärken des Buches ist seine ausgesprochen übersichtliche und optisch ansprechende Gliederung, wodurch es sich auch als Nachschlagewerk für Begriffsdefinitionen eignet.


 

Jerich Lisbeth
Burnout
Ausdruck der Entfremdung
Graz: Grazer Universitätsverlag 2008

 

Burnout kann jeden treffen! Für die Wirtschaftswissenschaftlerin L. Jerich spielen persönliche Prädispositionen als Ursache für Burnout eine untergeordnete Rolle. In ihrer Dissertation untermauert sie nicht nur die Thesen führender Burnout-Forscher wie Ch. Maslach und M. Leiter bzw. I. Rösing, dass unternehmenskulturellen und gesellschaftlichen Faktoren eine wesentliche Bedeutung in der Burnout-Entstehung zukommt, sie stellt vor allem das Phänomen der Entfremdung, dass sich im Burnout als Depersonalisation bzw. Dehumanisierung ausdrückt, als Leitsymptom in den Vordergrund. Dies dient ihr als Unterscheidungskriterium zwischen Arbeitsstress und Burnout als eigenem Syndrom.

Sie legt technologische, wirtschaftliche und soziale Faktoren der Veränderung dar und bringt diese in Bezug zu steigenden Burnoutzahlen. So beschreibt sie, dass anders als vor 30 Jahren heute gerade ein Verlust an Idealen, eine zunehmende Orientierung an eigennützigen Zielen in Form von Macht und Geld zu Sinnentleerung und entfremdeten Gefühlen in der Arbeit beiträgt. Wertekonflikte zwischen Organisation und der eigenen Person ließen sich immer seltener lösen und es sei schwieriger geworden eine authentische, den persönlichen Neigungen entsprechende Berufswahl zu treffen. Darüber hinaus führe der wirtschaftliche Wandel auch zu einer Entfremdung im zwischenmenschlichen Bereich. In einer Atmosphäre, die geprägt ist von steigendem Druck zu Gewinnmaximierung und Arbeitsplatzunsicherheit nehme die Bereitschaft zur gegenseitigen Unterstützung ab, unfaire Verhaltensweisen und die Tendenz zu Mobbing steigen.

Als burnoutpräventive Maßnahmen streicht sie zum einen ein geeignetes Unterstützungs- und Beratungsangebot bereits in der Berufswahl und zum anderen wertorientierte Führungsansätze heraus, die der Individualität von Mitarbeitern Rechnung tragen und es ihnen wieder ermöglichen, eigene Ideale im Unternehmen einzubringen.

Insgesamt versucht das Buch eine Lücke in der Burnout-Forschung zu schließen, in dem vor allem der bislang eher vernachlässigte Aspekt der Entfremdung in den Vordergrund gestellt und mit seinen soziologischen wie wirtschaftlichen Wurzeln und Folgen beleuchtet wird.


 

Sabine Fabach
Burn-out
Wenn Frauen über ihre Grenzen gehen
Zürich: Orell Füssli 2007

 

„Burn-out - Wenn Frauen über ihre Grenzen gehen“ von Sabine Fabach ist ein äußerst interessant geschriebenes und praktisch sehr gut anwendbares Werk. Die Autorin schreibt sichtlich aus Erfahrung und gibt praktische Tipps und Ratschläge, die sofort befolgt werden können. Auch der Aufbau ist äußerst passend gestaltet. Für Interessierte wird empfohlen das gesamte Buch zu lesen um einen guten Überblick zu erhalten. Frauen die schon mitten im Burn-out stecken oder befürchten gefährdet zu sein, werden allerdings angewiesen mit bestimmten Kapiteln, wie zum Beispiel dem Burn-out-Test und dem Kapitel „Verlauf eines Burn-out Syndroms“ zu beginnen. Hiermit wird sehr gut auf Burn-out gefährdete Leute eingegangen, die oft ohnehin nur ein Minimum an Zeit zur Verfügung haben und es höchst wahrscheinlich oft nicht schaffen ein ganzes Buch zu lesen. Wie schon im Titel erkennbar, wird speziell auf Frauen und deren teilweise besonders Burn-out gefährdendes Verhalten eingegangen. Augenmerk liegt auch auf dem Punkt der Unterschiedlichkeiten von Frauen und Männern im Berufsleben und worauf präventiv geachtet werden kann um daraus möglicherweise entstehende Burn-out Gefahren zu vermeiden.

Das Werk von Sabine Fabach stellt einen hilfreichen Ratgeber für Interessierte oder sekundär Betroffene dar und den eines Rettungsankers oder Leitfadens für diejenigen, die bereits mitten im Burn-out sind. Es ist daher für alle Interessentengruppen optimal geeignet, die einen kurzen und prägnanten Überblick erhalten wollen. Aufgrund der leichten Schreibweise ist das Buch angenehm und schnell zu lesen. Es ist ebenfalls möglich, da von der Autorin für Betroffene erwünscht, sich spezielle Kapitel herauszupicken, weil die Einzelnen Bereiche des Buches nicht aufeinander aufbauen.

Aufgrund der überblickshaftigen Schreibweise wären die Informationen allerdings für detaillierter Interessierte wiederum zu oberflächlich. Auch für Männer wirkt höchstwahrscheinlich schon der Titel abschreckend, obwohl die verschiedenen Informationen über die geschlechtsspezifischen Unterschiede sicher auch Ihnen hilfreich wären, jedoch vor allem als Mitarbeiter bzw. Bekannte von Burn-out betroffenen Frauen. Für die Soforthilfe ist auch ein Verzeichnis von Adressen und Links verschiedener Institutionen und Organisationen in Deutschland und Österreich integriert.

Verfasst von Petra Waigner Juni 2008


 

Hans-Peter Unger / Carola Kleinschmidt
Bevor der Job krank macht
Wie uns die heutige Arbeitswelt in die seelische Erschöpfung treibt – und was man dagegen tun kann
München: Kösel 2007, 4. Aufl.

 

Die beiden deutschen Autoren, Hans Peter Unger, Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie in Hamburg und Carola Kleinschmidt, Diplombiologin und Jounalistin beschreiben in ihrem umfangreichen und gut strukturierten Buch die Mechanismen der Erschöpfungsdynamik. Sehr praxisnah beginnt das Buch mit einer Falldarstellung die immer wieder wie ein roter Faden, für Erläuterungen auch in anderen Kapiteln herangezogen wird. Die Wechselwirkungen zwischen Stress – Burnout – Depression werden einfach und nachvollziehbar an hand einer Erschöpfungsspirale gut erklärt, sowohl für Fachleute als auch Nicht-Experten lesbar und verständlich.

Die Depression als psychischer Notfallkoffer, Stress nicht nur als krankmachender Mechanismus und Burnout als eine Notbremse des Organismus Mensch - wird hier auf 200 Seiten wohl recherchiert und fundiert beschrieben. In elf Punkten fassen die beiden Autoren zusammen, was sie für einen gesunden Umgang mit der Erschöpfungsspirale zentral halten. Welche Rolle Führungskräften im Fall von Erschöpfung am Arbeitsplatz zukommt wird im letzten Kapitel „Das gesunde Unternehmen“ beschrieben.

Dieses Buch gibt einen guten Überblick, jedoch spart es mit Hinweisen auf praktische Übungen und Adressen, wo Betroffene sich hinwenden können.